Allgemein

Jahresrückblick 2020

Winter

Noch sieht der Garten hinter dem Haus in der Heinrichstraße wild aus. Die Gartensaison hat noch nicht begonnen, aber in der Grünen Oase im Mädchen_kulturhaus werden schon fleißig Pläne für das Jahr geschmiedet. Es gibt erste Treffen mit Interessierten, Materialien für den Garten werden beschafft und Veranstaltungen geplant. Corona ist da noch eine Nachricht aus dem weit entfernten Wuhan.

Besonders die Schul-AG der Bügermeister-Smidt-Schule wird schon im Garten aktiv. Es wird geschnitten, gejätet, geharkt, geputzt und gestutzt. Nach wenigen Wochen ist aus dem überwucherten Grün eine Freifläche für einen Neustart geworden.

Die ersten Veranstaltungen finden statt. Es wird gekocht und genäht, im Kino läuft “Wir retten die Welt” und zu einem Vortrag über Permakultur kommen etwa 30 Interessierte. Ein Highlight im Januar ist der Flohmarkt mit mobilem Lehmofen, aus dem es leckere Pizzen gibt.

Die Schul-AG entdeckt die ersten Frühblüher, der offene Treff beschäftigt sich mit Mülltrennung und das Wichtigste im Garten wird aufgebaut: der Kompost. Im Februar baut die Schul-AG auch schon die ersten Gartenbänke. Beim offenen Donnerstag entsteht ein riesiges Insektenhotel und jede Woche werden beim offenen Treff Köstlichkeiten aus geretteten Lebenmitteln gezaubert wie z. B. Gemüsecurry, Orangenmarmelade oder Wok-Gemüse.

Frühjahr

Beim offenen Donnerstag bauen wir endlich die ersten Hochbeete aus Palettenaufsätzen und Maurerbohlen und wir lassen 7 m³ Gartenerde liefern. Im März gibt es noch einen Vortrag und einen Workshop zum Thema Lehmputz, bei dem im M_KH Oberlichter in einer Lehmwand entstehen und dann kommt Corona. Bevor für unbestimmte Zeit das öffentliche Leben zum Erliegen kommt, findet Anfang März in der Grünen Oase noch die alljährliche Saatguttauschbörse vom Gartenprojekt “Ab geht die Lucie!” statt, die wir in diesem Jahr mitgestalten. Ein absolutes Highlight.

Dann wird es erstmal ruhig in der Grünen Oase und wir müssen – genau wie alle anderen – umdisponieren, abwarten und uns auf die neue Situation einstellen. Ganz schlafen unsere Aktivitäten aber nicht ein.

Mit einer kleinen Gruppe von Ehrenamtlichen treffen wir uns weiter donnerstags im Garten und zusätzlich verlegen wir viele unserer Angebote ins Netz.

Im Garten entstehen weitere Hochbeete. Wir ziehen Jungpflanzen vor, für die wir u.a. eine Tausch- und Verschenkestation im Garten einrichten. Das Insektenhotel wird immer größer, die Jungpflanzen müssen pikiert werden. Wir beginnen damit, eine Gartenhütte aufzubauen.

Unser Osterferienangebot für Kinder im Garten müssen wir leider streichen. Dafür bieten wir eine Online-Alternative zum Mitmachen auf unserem Blog an und beraten wöchentlich zu Gartenthemen auf unserem Blog. Das Online-Angebot für Kinder wird so gut angenommen, dass wir es auch nach den Ferien weiterführen.

Sommer

Es ist Juni und schon lange warm und trocken. In den Hochbeeten wachsen schon die ersten Gemüsepflanzen und wir müssen regelmäßig gießen. Zum Glück reicht dafür meistens das Wasser aus den Regentonnen.

Corona begleitet uns nun schon eine Weile und im Sommer sind einige Angebote draußen in kleinen Gruppen wieder möglich.

Wir beginnen also, einen Lehmofen zu bauen. Der Bau wird sich über mehrere Monate erstrecken. Ofenbauer Jan trifft sich regelmäßig mit uns und in kleinen Gruppen mit Freiwilligen und Ehrenamtlichen bauen wir meist bei schönstem Sommerwetter einen prächtigen Lehmofen. Wir setzen die Lehmmischungen mit Jan an und beginnen auf eine hölzerne Schalung Schicht für Schicht aufzutragen.

Das Leben in der Grünen Oase spielt sich in dieser Zeit fast ausschließlich draußen ab. Zusammen mit Clean Up Your City gehen wir mehrmals Müll sammeln. Wir bauen weitere Hochbeete, befüllen und bepflanzen sie. Bei unserem  Draußen-Angebot für Kinder werden einige verschönert und bunt bemalt. Wir basteln Traumfänger aus Naturmaterialien und schmücken damit den Garten und stellen die Gartenhütte fertig. Die Gartenhütte streichen wir in leuchtendem Rot, ein echter Hingucker.

In den Sommerferien besuchen uns zwei Wochen lang Kinder im Garten, mit denen wir Insekten entdecken, upcyceln und einen großen Holzdrachen mit Schuppen aus Kronkorken anfangen.

Über eine Anfrage freuen wir uns besonders. Es entsteht ein Depot der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) “Grünes Zebra” bei uns. Ab Juli holen jeden Donnerstag sieben bis zehn Personen Demeter-Gemüse vom Hof in Riede bei uns ab. Zweimal besuchen wir das Grüne Zebra in Riede sogar mit dem Fahrrad.

Die Dachterrasse wird neu beplankt und dort oben können in Zukunft auch Pflanzen wohnen und wir in der Sonne Besprechungen abhalten. So genießen wir den Corona-Sommer und haben sogar noch einige Veranstaltungen, z. B. zu Ernährungssouveränität, Minimalismus und Kompost. Im Spätsommer gibt es noch Kabarett, wir sind mit einem Stand beim Klimafestival am Schlachthof dabei und malen Transpis für die Klimademo von Fridays for Future, bei der wir natürlich mitlaufen.

Herbst und Winter

Es ist Herbst geworden. Die Schul-AG und einige andere Mädchen* kommen immer noch gern zum Malen, Basteln und Bauen in den Garten. Jeden Donnerstag kommt das Gemüse von der Solawi und auch unsere Bauprojekte im Garten sind noch nicht ganz abgeschlossen. Wir bauen eine weitere kleine Trockenmauer zum Sitzen und für Insekten, Schneiden die Naturlaube zurück und planen ein großes Rankgerüst, in das wir auch ein Sonnensegel einhängen können.

Das Ferienangebot für Jugendliche zu Klimagerechtigkeit muss leider wieder ins Netz verlegt werden, aber im November wird endlich der Ofen fertig. Die Einweihung mit der Nachbarschaft müssen wir allerdings bis auf Weiteres verschieben und für das kommende Jahr planen.

Auch das Rankgerüst, unser “Pavillon”, wird noch im Dezember fertig und wir schmieden schon Pläne für die nächste Gartensaison. Denn im Netz gibt es den Dezember über einen Saatgut-Adventskalender von uns, in dem wir täglich neue Sorten vorstellen, die wir im nächsten Jahr anbauen wollen.

Unsere letzte öffentliche Veranstaltung ist ein Online-Vortrag über Klimaschutz, bei dem wir sogar noch neue Ehrenamtliche gewinnen.

Zum Ende des Jahres ergibt sich dann noch die Gelegenheit, eine Foodsaving-Gruppe einzurichten, um wöchentlich Lebensmittel bei zwei Supermärkten vor der Tonne zu retten. Es finden sich direkt Mitstreiterinnen und an Heiligabend wird das erste Mal gerettet.

Damit endet das Grüne-Oase-Jahr. Wir gehen in die Winterpause und freuen uns schon auf das nächste!

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